Test selbstgebauter Mikrofilmscanner, mit Bauanleitung
Habe mir in den letzten Wochen einen Scanner für Mikrofilme gebaut - es gibt bessere im Handel, aber die kosten 7000€ und mehr. Ich möchte hier einen Erfahrungsbericht, wie auch eine Bauanleitung dazu liefern.
Ich nutzte Anfangs einen 5Megapixel Easypix CyberScanner für ca. 80€, seit neusten gibt es einen 9Megapixel Sumikon PX-8156-675 (ca. 100€) - beide bei www.pearl.de erhältlich. Um es vorwegzunehmen, das Ergebnis mit dem Easypix war leicht enttäuschend, das mit dem Sumikon ist schon deutlich besser. Auch wenn eingestanden werden muss, dass von einem ordentlichen Lesegerät abfotografierte Bilder besser sind. Von großgeschriebenen Vorlagen, wie z.B. den Ostpreußenverfilmungen ist der Scanner gut zu verwenden, werden aber die Schriften zu klein, reicht die Auflösung einfach nicht mehr aus und ich erreichte mit Fotografieren ein besseres Ergebnis. Positiv ist, dass die übliche Mitte-zu-Hell-aber-am-Rand-zu-Dunkel-Problematik beim abfotografieren, beim scannen kein Problem ist, sie tritt nur eher geringfügig auf. Als positiv bewerte ich die einfache Bedienung, 600 Scanns pro Stunde mit dem Easypix bzw. 500 Scanns pro Stunde mit dem Sumikon sind kein Problem, beim direkt abfotografieren war es zwar nur geringfügig weniger. Beim fotografieren war aber die Verspannung in den Schultern größer, oder ich nahm ein Stativ, aber dann war die Leistung stark abfällig. Sinnvoll wäre ein Scanner mit deutlich mehr als 9MP, konnte aber keinen finden der auch die weiteren Anforderungen erfüllt. Dies wären: CMOS-Sensor für schnelles scannen, kleiner Bildschirm am Gerät zum einstellen des Scanns. Ideal wäre auch ein Scanner mit Scanflächer mindestens 35 * 35 mm. Die von mir gekauften sollten dies nach Händlerangaben auch haben, tatsächlich hat er wie alle anderen nur 26 * 35 mm, was heißt dass man einige Umbauten vornehmen muss, um z.B. einen Ostpreußenfilm vollständig zu scannen.
Was nicht zu scannen geht. Die schmalen 15mm Filme. Dort ist beim besten Willen kaum was zu lesen, die Auflösung reicht nicht aus. Ähnlich dürfte es auch mit Fiches, wie denen vom EZAB sein, die man ohnehin nur geschnitten in das Gerät bekommen könnte.
Bauanleitung
Neben einen Scanner nach obiger Beschreibung braucht man eine Spulanlage für den Film und einen Filmträger welcher den Film an den richtigen Stellen stabil durch den Scanner führt. Die Außenmaße der Spulanlage wurde für mich begrenzt durch die Abmaße eines Kartons, welchen ich zum Transport der Spulanlage nutzen wollte. Insgesamt kommen dadurch noch mal etwa 50€ hinzu.
Spulanlage:
2mm Acrylplatte (für Sumikon zusätzlich eine 1mm), 4 M5 50mm Schrauben, 2 M5 80mm Schrauben, 20cm 1cm Gummischlauch, 8 15mm Holzschrauben, 2 20cm Schubladengleitschienen, ca. 20. Unterlegscheiben für M5 Schrauben, ca. 20 Muttern M5, 2 Abdeckkappen für Verteilerdosen
Als Basis ein Regalbrett, welches ich um ein paar Zentimeter kürzte. Eine 2mm-Acrylplatte schnitt ich zu vier gleichen Platten zurecht (mit Cuttermesser anreißen, dann wie eine Fliese brechen), und bohrte in diese mehrere Löcher welche jeweils zwei Laufrollen und eines für die Spulrolle. Damit alle Löcher an der selben Stelle war, klebte ich die vier Platten mit Klebeband zu einem Bündel zusammen. Nach abschleifen der Bruchkanten, klebte ich die Platten mit Powerstrips an einen Winkel, welchen ich in 40cm Abstand an die Bodenplatte anschraubte. Die Laufrollen erstellte ich durch eine Schraube über die ich einen ca. 38mm langes Stück Gummischlauch stülpte. Auf der Seite von wo der Film in den Scanner läuft klebte ich auf diese Gummischläuche passende Stücke Filz, welcher den Film reinigen soll, bevor er in den Scanner kommt. Eine leere 35mm Filmrolle die ich bei dem Mormonen schnorrte, befestigte ich mit einer 80mm M5 Schraube, an dessen Kopfseite ich die Abdeckkappe für Verteilerdosen kam, diese stellt die Kurbel da. Damit die Rolle gut läuft kamen zwischen dieser und den Seitenwänden immer zweifach Unterlegscheiben.
Auf die Bodenplatte befestigte ich zwei Schubladengleitschienen, auf welcher ich in der Mitte mittels Klettband den Scanner befestigen kann. Vor und hinter dem Scanner klebte ich mit Powerstrips noch zwei kleine Acrylplatten, damit man nun mit diesen den Scanner wenige Millimeter vor und zurückbewegen kann. Der Scanner ist auf selbigen mittels Klettband lose befestigt.
Filmträger:
Da manche Filme mit ihren Bildinhalt größer sind, als die 26mm der Scannfläche, muß es möglich sein den Film vor der Scanneinheit entsprechend zu bewegen. Daher sind die mitgelieferten Filmträger nicht zu verwenden und ich mußte einen neuen anfertigen. Wieder aus 2mm Acrylplatten, welche ein viereckiges Loch erhielten welches das zu scannende Bild freilassen. Zwischen den Acrylplatten klebte ich je 4 5mm schmale Kartonstreifen und in der Mitte faltete in ein Stück Kunststofffolie zu einer Schiene in der der Film durch die Einheit gleiten kann. Diese Schiene muß so gebaut sein, dass sie sich genau so in der Scanneinheit bewegen kann, damit diese die ganze Filmbreite erfassen kann. Sie wird links und rechts mittels zwei Schrauben arretiert, da ja nur der Scanner wenige Millimeter über den Filmträger bewegt wird.
Der Scanner
Easypix 5 Megapixel
| Gerät im Einsatz | |
| Draufsicht ohne Scanner | |
| Seitenansicht ohne Scanner | |
| Seitenansicht mit Scanner |
| Rollenlaufwerk | |
| Filmträger | |
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Skizze Träger |
9-Megapixel Sumikon
| Rollenlaufwerk | |
| Filmträger | |
| Skizze Träger |
| Rollenlaufwerk | |
| Filmträger | |
![]() |
Skizze Träger
Hier beachten Gesamtlänge 1cm länger machen als angegeben und oberer Träger nur 1mm stark. |
| 15mm Film gescannt | |
| 15mm Film fotografiert | |
| 15mm Film Detailfoto |
| Scan 35mm - Farbe
Ausschnitt Originalauflösung
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| Scan 35mm - S/W
Ausschnitt Originalauflösung |
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| Foto 35mm (8MP Digitalkamera)
Ausschnit Originalgauflösung
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mit 5MP Scanner gescannt |
![]() |
mit 9MP gescannt |
Wer fragen zum Nachbau oder Nutzung hat, kann sich an steffanbs@aol.com wenden.
ENDE